Tipps & Tricks zum Trend Wintercamping

07.12.2023

Neben dem Urlaub in Deutschland und dem Urlaub im Ferienhaus hat auch das Reisen mit dem Wohnmobil stark an Beliebtheit gewonnen. Doch nicht nur im Sommer zieht es viele Reisende mit Zelt, Wohnmobil und Co. in die Natur, auch bei frostigen Temperaturen ist Camping angesagt.

Die Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen im Februar ist in den letzten zehn Jahren um rund 140 Prozent gestiegen. Rund ein Viertel der Campingplätze in Deutschland sind ganzjährig geöffnet. Damit das Erlebnis „Wintercamping“ gelingt, hat Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERGO Reiseversicherung, einige Tipps.

Wohin soll die Reise gehen?

Insgesamt sind in Deutschland rund 800 Campingplätze ganzjährig geöffnet. Auch Regionen, die nicht als klassische Winterurlaubsziele bekannt sind, bieten sich für Wintercamping an. „Die deutsche Ostsee mit ihren Stränden und Dünen ist im Winter ein Ort der Ruhe. Hier erwarten den Reisenden einsame Strände, eine frische Meeresbrise und Natur pur“, weiß Birgit Dreyer. Wer etwas mehr Trubel sucht, für den bieten sich die zahlreichen Skigebiete in Deutschland oder den Nachbarländern Österreich und Schweiz für einen Campingurlaub an. Denn Wintersport und Camping lassen sich hervorragend kombinieren. Noch keine Pläne für Silvester? Zu Silvester lassen sich viele Campingplatzbetreiber ein besonderes Programm einfallen: Von mehrgängigen Menüs über Fackelwanderungen bis hin zur Gala mit Live-Band ist alles dabei. Zum Beispiel in Südtirol in der „Camping Residence Sägemühle“ zwischen verschneiten Bergen, auf dem „Campingplatz Stover Strand“ an der Elbe oder im „Alpen-Caravanpark Tennsee“ unweit der Zugspitze.

Planung ist alles

Da im Winter weniger Campingplätze geöffnet haben und somit weniger Stellplätze zur Verfügung stehen, sind diese vor allem in der Urlaubs- und Ferienzeit schnell ausgebucht. Ein Vorteil des Wintercampings sind die günstigeren Preise. Im Vergleich zum Juli sparen Urlauber im November und Februar mehr als 16 Prozent. Ein gründlicher Check lohnt sich also.

Zuerst sollten sich Reisende entscheiden: Wird im Wohnwagen, Wohnmobil, Van oder doch ganz spartanisch im Zelt übernachtet? Wer sich für den ersten Campingurlaub im Winter nicht selbst um die nötige Ausrüstung kümmern möchte, kann auch ein winterfestes Wohnmobil mieten. So müssen sich Campingfreunde nicht um die Ausrüstung kümmern und können sich ganz der Vorfreude auf den Urlaub widmen. Zu einer guten Vorbereitung gehört auch der Abschluss einer Campingversicherung für Wohnwagen oder Wohnmobil, um sich gegen Schäden am Inventar, Diebstahl und auch für den persönlichen Schutz im Falle eines Krankenrücktransports oder einer notwendigen Stornierung abzusichern.

Diese Winter-Grundversicherung muss

Für einen Campingurlaub im Winter muss die Ausrüstung stimmen. Dazu gehört eine sichere Bereifung (Winterreifen mit 5 mm Profiltiefe) ebenso wie Schneeketten und ein Abschleppseil sowie ein frostsicheres Starthilfekabel. Auch die frostsichere Wasserversorgung für Toilette und Abwassertank muss im Vorfeld sichergestellt werden. Eiskratzer, Enteisungsspray, Eimer, Leiter, Schaufel, Schneeschieber und Besen gehören ebenfalls ins Gepäck, um beispielsweise das Reisemobil von Neuschnee zu befreien oder verschneite Wege wieder passierbar zu machen. Denn auf vielen Campingplätzen werden nur die Hauptwege geräumt, für die einzelnen Stellplätze sind die Wintercamper selbst verantwortlich. Auch wichtig: Vor der Weiterfahrt muss das Fahrzeug vollständig von Schnee und Eis befreit werden.

Je nach Jahreszeit: Gas ist nicht gleich Gas

Um es im Wohnwagen auch bei Minusgraden gemütlich warm zu haben, braucht man deutlich mehr Gas als im Sommer. In der Regel wird beim Camping zum Heizen und Kochen Flüssiggas (LPG = Liquefied Petroleum Gas) mit Propan, Butan oder einem Propan-Butan-Gemisch verwendet. Butangas hat jedoch einen Nachteil: Es ist im Winter ungeeignet, da es bei Temperaturen unter null Grad Celsius seine Brennfähigkeit verliert. Propan hingegen kann bis -42,1 Grad Celsius verwendet werden. Daher sollte der Propananteil im Mischgas im Winter höher sein. Eine 11-Kilogramm-Flasche Propangas hält bei Dauerbetrieb der Heizung durchschnittlich zwei bis drei Tage. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich, zusätzlich einen Gasdruckregler zu verwenden. Je nach Bedarf gibt es verschiedene Modelle. An einen Gasdruckregler „Duo-Control“ können zwei Flaschen angeschlossen werden, so dass er automatisch auf die nächste Flasche umschaltet, sobald die erste leer ist.

Darüber hinaus sollten sich Urlauber im Vorfeld genau über die örtlichen Gegebenheiten auf dem Campingplatz informieren. Einige Campingplätze bieten die Möglichkeit, Gasflaschen aufzufüllen und auszutauschen oder verlegen sogar eine Gasleitung bis zum Stellplatz. Beim Verlegen der Leitungen ist darauf zu achten, dass diese nicht durch Räumfahrzeuge beschädigt werden können.

Gegen Kälte gewappnet - dank Isolierung und Frostschutz

Ein Vorzelt vor dem Kastenwagen oder Wohnmobil ist als „Wärmepuffer“ beliebt - auch wenn der Auf- und Abbau etwas länger dauert. Je kälter und nasser es draußen wird, desto wichtiger wird das Zelt vor der Eingangstür als Schnee- und Nässeschleuse. Speziell für den Winter konzipierte Vorzelte haben ein Pultdach, das nach vorne steil abfällt, so dass Neuschnee schnell abrutscht.

Wichtig ist auch ein Boden im Vorzelt. Sonst tragen Camper trotz Vorzelt Nässe und Schnee in den Wohnwagen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, vom selbstgebauten Holzboden bis zum fertigen Klickboden. Thermomatten für die Fenster schaffen zusätzliche Isolierung. Sie helfen, den Wärmeverlust durch die Fenster einzudämmen. Und wenn der Boden des Wohnwagens oder Wohnmobils trotz Isolierung nicht warm wird? Auch hier gibt es einen Tipp: „Ein Schneewall rund um den Wohnwagen bietet wirksamen Schutz. Er vermindert den Luftzug und damit die Kälte von unten“, weiß Reiseexpertin Birgit Dreyer.

Weitere Kältequellen" und Stolpersteine:

  • Durch das Kühlschrankgitter kann viel kalte Luft in den Caravan gelangen. Im Fachhandel gibt es spezielle Abdeckungen, die dem entgegenwirken.
  • Achten Sie auf den Staukasten im Bug, hier werden die Gasflaschen aufbewahrt. Eine Thermoschutzplane verhindert, dass die Klappe zufriert. So bleiben die Gasflaschen erreichbar.
  • Die Anhängerkupplung benötigt einen Kälteschutz, da die Mechanik anfällig für Eis ist.
  • Frostschäden am Abwassertank, der oft außen am Fahrzeug angebracht und nicht isoliert oder beheizt ist, kann man vorbeugen, indem man Frostschutzmittel in den Tank füllt oder statt des Tanks einen Eimer verwendet. Auch spezielle Heizstäbe und Heizbänder können vor Frost schützen.

Frische Luft - nicht nur vor der Wohnwagentür

Regelmäßiges Lüften ist beim Wintercamping ein Muss. Mindestens zweimal täglich sollten Camper alle Fenster und Türen für mindestens fünf Minuten öffnen und kräftig stoßlüften. Die frische, kalte und trockene Luft verbessert das Wohnklima. Wichtig ist auch, dass die Lüftungsgitter sowie die Zu- und Abluftöffnungen der Heizung immer frei sind. Sie sorgen für eine optimale Luftzirkulation und dürfen deshalb auch von außen durch nichts verdeckt werden. Die Be- und Entlüftung muss immer frei sein.

Was Wintercamper sonst noch beachten sollten

Wer Wert auf etwas „Luxus“ legt, sollte auf beheizte Sanitäranlagen achten, eventuell mit Sauna oder Schwimmbad - entweder direkt auf dem Campingplatz oder in der Nähe.

Zur persönlichen Grundausstattung eines Wintercampers gehören Thermobekleidung, eine gute Jacke, festes Schuhwerk, warme Socken, Mütze und Handschuhe. Auch eine Thermoskanne, Wärmflaschen und Handwärmer sollten nicht fehlen. Gut ausgestattete Campingplätze verfügen über Trockenräume, in denen nasse Kleidung aufgehängt werden kann. Auch der richtige Schlafsack darf nicht fehlen. „Er sollte für winterliche Temperaturen geeignet und nicht zu groß sein, damit nicht zu viel Körperwärme verloren geht“, sagt Birgit Dreyer.

Noch mehr Tipps rund ums Campen und die richtige Planung und Ausrüstung gibt es im Blog der ERGO Reiseversicherung unter www.ergo-reiseversicherung.de.

Quelle: ERGO Reiseversicherung AG c/o Wilde & Partner Communications GmbH