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Schaurige Gesellen, mystische Gestalten - News vom 03.12.2014 • News vorgestellt vom Wintertraum Magazin

Schaurige Gesellen, mystische Gestalten

03.12.2014
<span class="news-image-bildtext">Anklöckler </span> / <span class="news-image-fotograf">Foto: &copy; Eva-Maria Repolusk / eva trifft.</span> / <span class="news-image-quelle">Salzburgerland Tourismus GmbH</span>
Anklöckler / Foto: © Eva-Maria Repolusk / eva trifft. / Salzburgerland Tourismus GmbH

Sie tragen geheimnisvolle Masken und wenn sie in kalten Winternächten durch die Gassen ziehen, verbreiten sie Gruseln und fasziniertes Staunen: Die Rede ist von den schaurigen Gesellen, die auf klingende Namen wie Schnabelperchten, Tresterer oder Anglöckler hören und denen man in der Weihnachtszeit in allen Salzburger Regionen begegnen kann. Ihre Prozessionen und Umzüge sind faszinierend anzusehen und oft verbirgt sich bei näherer Betrachtung ein profaner Kern hinter den uralten Bräuchen. Wo und wann man den mystischen Gestalten begegnen kann, erfahren Sie hier.

Den Armen ihr Brot: die Anglöckler

Ein uralter Salzburger Brauch ist das sogenannte Anglöckeln. An drei Donnerstagen vor Weihnachten – den sogenannten Klöpfelnächten – ziehen die Anglöckler oder Klöckler von Haus zu Haus. Sie sind in traditionelle Kleidung gewandet und tragen Stöcke und Laternen mit sich. Wer ihnen die Tür öffnet, wird mit Gesang und Gedichten belohnt. So archaisch der Brauch anmutet, hat er auch einen handfesten ökonomischen Hintergrund: Das Bitten um Gaben war seit dem Mittelalter Vorrecht jener, die sich im Winter keinen Lebensunterhalt verdienen konnten. Sie durften durch die ideelle Leistung für die Gesellschaft ihr Brot verdienen und galten als Stellvertreter der armen Seelen.

Gottes Werk und Teufels Beitrag: Von schiachen Perchten und schönen Tresterern

Wie die Christkindlmärkte sind auch Percht und Krampus aus der Salzburger Weihnachtszeit nicht wegzudenken – nirgendwo sonst ist dieser Brauch so lebendig wie in den Regionen im Herzen der Alpen. Die schiachen Gesellen kommen mit Glocken und Geschrei ganz und gar nicht friedlich daher und passen auf den ersten Blick nicht in die „stille Weihnachtszeit“ – dafür sind sie umso spannender anzusehen. Die kulturellen Wurzeln der Perchten liegen im Unklaren – die Spurensuche führt aber über mittelalterliche Prozessionen und Teufelsdarstellungen bis hin zu vorchristlichen, archaischen Ritualen. Begegnen kann man Krampus und Percht bei den vielen Umzügen und Perchtenläufen, die meist um das Fest des heiligen Nikolaus am 5. oder 6. Dezember stattfinden. Wer die ganz besonders faszinierenden Schnabelperchten aus Rauris oder den Brotperchten aus Unken erleben will muss sich bis zum 5. Jänner gedulden.

Schönperchten und Tresterer

Eine Ausnahme unter den grusligen Gestalten bilden dagegen die sogenannten Schönperchten. Die grazilen Gestalten sind von italienischen Bräuchen beeinflusst und vor allem in den Regionen Pongau und im Pinzgau zuhause: Tresterer-Gruppen gibt es zum Beispiel in Stuhlfelden, Zell am See und Unken. Die rund 30 männlichen Mitglieder bereiten sich über Wochen auf ihren großen Auftritt vor, lassen ihre Kostüme nähen und üben die tausend Jahre alten Tänze und Sprünge, die das unverkennbare Trestern – „Stampfen“ – ausmachen. Dabei schwingen sie ihre mit Fruchtbarkeitssymbolen bestickten Tücher, deren Wirkung nicht unterschätzt werden sollte.

Quelle: Salzburgerland Tourismus GmbH