Kugeln für die Royals – oder wie kommt das Glas an den Weihnachtsbaum?

18.08.2021
Weihnachtliche Glas-Tradition aus dem Thüringer Wald J W. auf Pixabay
Weihnachtliche Glas-Tradition aus dem Thüringer Wald / Foto: © J W. auf Pixabay

Weihnachtliche Glas-Tradition aus dem Thüringer Wald

Vielleicht zieren sie ja in diesem Jahr wieder den Weihnachtsbaum der Royals und bringen die Augen der Kinder von William und Harry zum Strahlen – die Christbaumkugeln aus Lauscha, die den Weihnachtsbaum vor Windsor Castle, dem Wohnsitz der Queen, 2016 schmückten. Sicher ist aber, dass der filigrane gläserne Weihnachtsbaumschmuck aus dem kleinen Ort im Süden des Thüringer Waldes wieder in unzähligen Wohnzimmern in der ganzen Welt zu finden sein wird. Schließich trat die Christbaumkugel, die vor über 170 Jahren in Lauscha erfunden wurde, von hier aus ihren Siegeszug rund um den Globus an. Heute findet man in Lauscha die weltweit größte Auswahl an mundgeblasenen und handveredelten weihnachtlichen Schmuckstücken.

Wie kommt das Glas an den Weihnachtsbaum?

Die Legende besagt, es sei ein armer Glasbläser aus Lauscha gewesen, der Anfang des 19. Jahrhunderts kein Geld für den sonst üblichen Christbaumschmuck aus teuren Walnüssen und Äpfeln hatte und zunächst Früchte aus Glas blies, um seinen Baum schmücken zu können. Ein Jahr später schon wurden die Kugeln gleich dutzendweise gefertigt; über Verleger aus Sonneberg und über Messen wurden sie in der ganzen Welt bekannt und vertrieben. 1890 wurde gläserner Christbaumschmuck bereits in großen Mengen von Woolworth in die USA exportiert und dort verkauft. Auch wenn zwischenzeitlich maschinell hergestellte Massenware den Markt flutete, erfolgt aktuell eine Rückbesinnung und erhöhte Nachfrage auf die handwerkliche Qualität und Tradition der Produkte aus Lauscha und Umgebung.

Glaskultur ganzjährig erleben

Die Glastradition wird in Thüringen übrigens nicht nur im Advent gepflegt. Das ganze Jahr über laden Glasbläser in Lauscha in ihre Werkstätten und lassen sich bei der filigranen Arbeit über die Schulter schauen. Wer mag, kann also bereits im Hochsommer Weihnachtsschmuck erwerben oder auf Seminaren Tipps zum professionellen Weihnachtsbaumschmücken erhalten.

Das Herzstück der Glasbläserstadt Lauscha bildet heute die rund 150 Jahre alte Farbglashütte. Hier werden noch in Handarbeit Röhren und Stäbe für das weiterverarbeitende Kunsthandwerk gefertigt, deren Entstehungsprozess Besucher live miterleben. Gruppen können hier in einem Workshop in der WeihnachtsStube lernen, woran man handgemachten Christbaumschmuck erkennt und wie man Bäume zu bestimmten Themen schmückt. Mit der Greiner-Mai GmbH „Der Christbaum“ fertigt eine Lauschaer Glasbläserfamilie bereits in 6. Generation Original Lauschaer Christbaumschmuck. Eine Spezialität in Michael Haberlands Fertigung ist der Christbaumschmuck aus historischen Formen. Aber auch Überraschendes ist hier zu finden wie das Lieblingsstück des Geschäftsführers – ein Kosmonaut.

Die Manufaktur Marolin in Steinach bei Lauscha fertigt ebenfalls nostalgischen Christbaumschmuck aus historischen Formen. Berühmt sind sie jedoch für ihre Krippenfiguren und Christbaumschmuck aus zartem porzellanartigen Papiermaché. Im Museum für Glaskunst können Interessierte Thüringer Glas in weiteren Facetten kennenlernen – künstlerisch gestaltetes Glas vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart: Thüringer Waldglas, höfische und bürgerliche Prunkgefäße, Perlen, Christbaumschmuck, Sammlerfiguren bis zeitgenössischer Glaskunst.

Vom Waldglas bis zum Ankerstein

Nicht nur mit der Christbaumkugel steht der Thüringer Wald für Tradition und Handwerkskunst. Wer ein besonderes Geschenk zu Weihnachten sucht, findet hier auch zahlreiche weitere ausgefallene und hochwertige Produkte: Freunde des stilvoll gedeckten Tisches freuen sich sicher über das markante grünliche Thüringer Waldglas aus Lauscha oder kunstvoll gestaltete Stücke aus der ältesten Porzellanmanufaktur Volkstedt bei Rudolstadt. Kindern kann man mit den pädagogisch wertvollen Anker-Steinbaukästen (dem ersten Systemspielzeug der Welt), den traditionsreichen Plüschtieren aus Sonneberg oder den Original Kellner Steckfiguren, einem Klassiker des Kinderspiels seit 80 Jahren, eine Freude machen.

Quelle: Regionalverbund Thüringer Wald e.V.

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