Schlemmen bis das Bündchen zwickt

Auf Schnuppertour in unseren Weihnachtstöpfen

Schlemmen bis das Bündchen zwickt
©shutterstock Dmitry Lobanov

 

Knuspriger Gänsebraten oder kaloriengeladene Weihnachtsbäckerei – gutes Essen und feine Leckereien gehören ebenso zum Weihnachtsfest, wie der gute alte Christbaum. Zumal für nahezu zwei Drittel der Deutschen ‚Weihnachten daheim' nach wie vor am schönsten ist.

In den meisten Haushalten gestaltet sich das Heilig- abend-Programm um die zentralen Mittelpunkte Bescherung und Weihnachtsessen in ähnlicher Weise, lediglich die Reihenfolge der Gepflogenheiten variiert hier und da. Während die einen hungrig beschenken, pflegen die anderen beschenkt zu speisen. Eines hat jedoch auf allen Tischen altbewährte Tradition: Vom Beginn der Adventzeit bis zum Jahreswechsel wird sich nicht um Fett und Cholesterin gekümmert und Kalorienzählen ist in höchstem Maße verpönt. Deftiger Braten, fetthaltige Ente und süße Verführungen – es wird geschlemmt, was das Zeug hält, und Magen, Darm, Galle und Leber ohne Reue zu Schwerarbeit verdonnert.

Favoriten des Heiligen Abends
Zum Auftakt der festlichen Weihnachtstage geht es noch annähernd gemäßigt zu. Zugunsten der mit Spannung erwarteten Bescherung wird auf ein ausschweifendes Gourmetmenü verzichtet und der klassische Kartoffel- salat mit Würstchen erobert unangefochten die Pole- position der kulinarischen Hitliste. Danach ist allenfalls noch ein obligatorischer Braten chancenreich. Selbst der gemütlichen Variante verheißungsvoll in Raclettepfännchen brutzelnder Kartoffel- und Käsescheiben gibt nur ein geringer Prozentsatz der jüngeren Generation den Vorzug. Alles andere landet völlig aussichtslos weit abgeschlagen.

‚Gans’ traditionell am 1. Weihnachtstag
Nach dem eher kargen Heiligabend-Essen ist das Beste gerade gut genug und die traditionsreiche Weihnachts- gans belegt als Inbegriff von Weihnachten in fast jedem dritten Haushalt Platz 1 der feiertäglichen Lieblingsmenüs. Was die Füllung betrifft, sind der Phantasie keinerlei Grenzen gesetzt: Ob mit Äpfeln, Orangen, Dörrpflaumen und Maronen nach Omas Art, oder mutige neue Varianten mit Ingwer und Koriander, die herrlich zu den weihnachtlichen Aromen passen und Pepp in den Speiseplan bringen. Besonderen Applaus bei den Beilagen ernten Rotkohl und alle Arten von Knödeln, während gefüllte Bratäpfel mit Zimt und Nüssen den Gaumenschmaus verführerisch abrunden. Als i-Tüpfelchen setzt ein anspruchsvoller Tropfen guten Rotweins den perfekten Schluss-Akzent und bietet zudem dem fetten Gänsefleisch Paroli.
Auf den Plätzen zwei und drei sorgen knuspriger Entenbraten und kross gebratene Pute für genüssliche Festtags- stimmung.

Heute bleibt die Küche kalt
Der 2. Wehnachtsfeiertag wird gerne für Besuche bei Verwandten und Freunden genutzt. Das nimmt ein geringer Prozentsatz unter zehn Prozent zum Anlass, sich lieber auswärts verwöhnen zu lassen, als gemütlich zu Hause zu schmausen. Dabei favorisieren die traditionellen Deutschen überwiegend die einheimische Küche, gefolgt von der chinesischen. Beim Griechen lassen es sich dagegen nur wenige gut gehen.

Doch ganz egal, welcher Leckerbissen auf der festlichen Tafel Einzug hält und wo er letztendlich aufgetischt wird:  Gemütliches Beisammensein liegt wohl bei uns allen auf Platz eins, auch wenn jede Familie da so ihre eigenen Bräuche hat.