Lucia, die Lichterkönigin

...bis heute wird Ihrer am 13. Dezember gedacht

Lucia, die Lichterkönigin
shutterstock ©Zvonimir Atletic

 

L E G E N D E ...
Lucia lebte in Syrakus zur Zeit der Christenverfolgungen unter Diokletian & Maximian. Kein Christ, gleich welchen Standes & Alters, konnte sicher sein, Marter & Tod zu entgehen, den die beiden Kaiser über alle Christen verhängt hatten.
Lucias Eltern, reich und von hohem Adel, ließen ihr die beste Erziehung zuteil werden und ihre Mutter, die fromme Eutychia, führte die kl. Tochter oft zu den Gräbern der hl. Märtyrer. Sie erzählte von deren Treue zu Jesus, ihren glor- reichen Kämpfen und herrl. Siegen und wenn die kl. Lucia Tränen des Mitleids über die Leiden der Heiligen ver- goss, tröstete die fromme Mutter sie mit der Herrlichkeit & Seligkeit, die diesen Glaubenshelden im Himmel zuteil wurde. So entflammte das Herz der Tochter zur gleichen Liebe für Jesus und sie gelobte dem göttl. Heiland im ge- heimen frühzeitig ewige Jungfrauschaft.
Vom Gelübde der Tochter nichts wissend, dachte Ihre Mutter unterdessen an deren Verehelichung mit einem vor- nehmen, jedoch heidnischen Jüngling. Als Lucia davon erfuhr, versuchte sie, die Absicht der Mutter zu vereiteln. Doch Gott selbst stellte die Weichen: Eutychia wurde krank und litt 4 Jahre an Blutfluss, ohne dass die besten Ärzte ihr helfen konnten. Betrübt über die Leiden der Mutter, flehte Lucia Gott immer wieder um Genesung an – aber ver- geblich. Da kam ihr der Gedanke, sich mit der Mutter zum Grab der Hl. Agatha nach Catanea aufzumachen, wo schon viele Heilung fanden. Am Grab der hl. Jungfrau flehten Mutter & Tochter mit heißer Inbrunst zu Gott, dass es ihm gefallen möge, die lang ersehnte Genesung zu gewähren. Nach Ende des Gottesdienstes blieben Eutychia & Lucia betend & weinend am Grab der Heiligen zurück. Vor Trauer schließ Lucia ein und im Traum erschien ihr die Hl. Agatha in strahlendem Gewand, umgeben von Engeln und sprach zu ihr:
                     ‚Meine Schwester! Du gottergebene Jungfrau!
                      Was begehrest du von mir, das du selbst tun kannst;
                      denn dein Glaube hat deiner Mutter geholfen; sie ist bereits gesund.
                      Du sollst aber auch wissen, dass, gleich wie die Stadt Catanea durch mich
                      von Christus ist verherrlicht worden, also auch die Stadt Syrakus wird durch
                     dich hoch geehrt werden; denn du hast dem Herrn Jesus durch das Gelübde
                     der Jungfrauschaft eine bräutliche Wohnung in deinem Herzen bereitet ’

 Als Lucia erwachte und aus der Mutter Mund die freudigen Worte von deren Genesung vernahm, wussten beide vor Freude nicht, wie sie Gott dafür genug danken können. Da fasste sich Lucia ein Herz, eröffnete der Mutter ihr gehei- mes Gelübde und bat sie, sich zum Wohle der Armen von allem irdischen Besitz zu trennen.
Lucia ließ sich taufen und wurde Christin. Nach der Heimkehr spendete sie mit vollen Händen den Erlös der ver- kauften Güter & Kleinodien und versorgte Ihre Glaubensbrüder/-schwestern in den Katakomben mit Nahrungsmit- teln. Um zum Tragen beide Hände frei zu haben, suchte sie die dunklen, unterirdischen Verstecke mit einer Krone aus brennenden Kerzen auf dem Kopf auf.
Als der ihr als Gatte zugedachte Jüngling davon erfuhr, sah er sich nicht nur hinsichtlich des Vermögens getäuscht, sondern auch die Hand seiner vermeintlichen Braut für ihn verloren. Zornig klagte er sie beim Stadthalter Paschasi- us als Christin an und lieferte sie dem unvermeidl. Schicksal der Hinrichtung aus.
Von teuflischer Bosheit aufgestachelt, befahl Paschasius die keusche Jungfrau zu Hurendiensten ins Schandhaus zu schleppen. Doch als man Hand an sie legte, blieb sie von Engelhand gehalten, wie ein unbeweglicher Fels ste- hen und keine Gewalt konnte sie von der Stelle bewegen. Auch das Ochsengespann, das Lucia zu Tode schleifen sollte, weigerte sich auch nur 1 Schritt zu gehen, so sehr man die Tiere auch quälte & antrieb. Wütend ließ Pascha- sius sie nun in Holz, Pech & Schwefel legen und anzünden. Obwohl die Flammen hoch lodernd über Lucia zusam- menschlugen, stand sie unverehrt inmitten des Flammenmeers und pries Gott. Als aus dem erstaunten Volk nun ebenfalls Lobpreisungen des Christengottes laut wurden, erfasste den Stadthalter Angst & Schrecken und er be- fahl, Lucia mit dem Schwerte zu durchbohren. Der Scharfrichter durchstach ihr den Hals, aber Lucia blieb weiterhin unbeweglich stehen und lebte zur höchsten Verwunderung noch mehrere Stunden.
Im 16. Jh. dehnte sich die Legende weiter aus:
So soll sich Lucia ihre Augen ausgerissen haben, um sie einem heidnischen Freier auf 1 Schale zu präsentieren, worauf die Gottesmutter Maria Lucia ein neues, noch schöneres Augenpaar schenkte.

V E R E H R U N G ...
In der Ikonographie, auf Bildern & Statuen wird die Heilige meist als Jungfrau mit Palmenzweig & Schwert (Marty- riums-Attribute), einem Kranz aus Rosen oder mit Öllampe (Attribute der geweihten Jungfrauen), manchmal auch
mit ausgerissenen Augen, die sie in einem Gefäß trägt, dargestellt.
Eine Grabinschrift um 400 in der San Giovanni-Katakombe in Syrakus und Erwähnung in allen Martyrologien lassen es als sicher erscheinen, dass die Hl. Lucia tatsächlich gelebt hat. Erste Luciakloster gab es bereits um 600 in Sy- rakus & Rom.
Ihre Reliquien wurden um 1038 nach Konstantinopel und von dort 1204 nach Venedig gebracht, wo sie zunächst in der Kirche Santa Lucia beigesetzt wurden. Seit deren Abriss 1860, ruhen die hl. Gebeine in der nahegelegenen Kirche Sante Geremia e Lucia. Für die Reliquie ihres Hauptes wurde 1935 eine Silbermaske angefertigt.
Anderen Berichten zufolge, kamen ihre Reliquien Anfang des 8. Jh. nach Corfinum (heute Pentima) und 970 nach Metz.
Nicht nur in Venedig wird die Hl. Lucia hoch verehrt, auch im übrigen Italien finden sind zahlreiche Lucia-Denkmäler & -Heiligenfiguren.

B R A U C H T  U M ...
Lucia bedeutet ‚die Leuchtende’, leitet sich vom lat. lux (das Licht) ab und der christl. Kirchengedenktag von Santa Lucia (*286, †304) ist der 13. Dezember. Da dieser Tag vor der Gregorian. Kalenderreform auf die Wintersonnen- wende fiel, ist er vielfach mit Lichtriten verbunden, die sich bis in unsere Tage erhalten haben.

Über Italien, wo Lucia als Volksheilige gilt, hat sich der Luzien-Kult weiter nach Frankreich, Spanien und in das süd- östl. Europa verbreitet. Aber auch in Skandinavien wird der Luciatag mit allerlei Lichtbräuchen besonders gefei- ert, während er bei uns in Deutschland heute mehr oder weniger unbekannt ist.

Eine besondere Ausprägung des Festes in Schweden lässt sich frühestens für das Mittelalter nachweisen. Aus dieser Zeit existieren Berichte über Feierlichkeiten, mit denen die Landbevölkerung in der Vorweihnachtszeit das Ende der landwirtschaftl. Arbeiten und den Beginn des Weihnachtsfastens feierte.
Seinen festen Platz im schwed. Vorweihnachts-Brauchtum fand das Luciafest erst in den letzten 100 Jahren, als Ende des 19. Jh. das Stockholmer Freilichtmuseum Skansen die westschwed. Luciatraditionen aufgriff, um sie für kommende Generationen zu bewahren. Geprägt ist das skand. Lucia-Brauchtum vom Tragen weißer Gewänder und häuslichen Elementen wie trad. Gebäck & Gesang: Das älteste Mädchen der Familie trägt am Luciamorgen ein langes, weißes Gewand und auf dem Kopf eine Lichterkrone aus Preiselbeerzweigen mit brennenden Kerzen. So weckt es als Lussibrud (Lucienbraut) alle Familienmitglieder und bringt ihnen das Frühstück ans Bett.

In Kroatien sät man am Gedenktag der Hl. Lucia traditionell ein wenig Weizen in einer Schale aus (Božićna pšeni- ca), der bis zum Weihnachtsfest grünt und als Symbol für neues Leben & Hoffnung inmitten des Winters steht. Zuweilen wird der Weizen mit einem Band in den rot-weiß-blauen kroatischen Nationalfarben umfasst und inmitten der Saat 1 Apfel oder 1 Kerze aufgestellt. Nach den Weihnachtstagen wird das Getreide dann an die Vögel verfüttert.