JAHRESWECHSEL

...spannender Übergang in wieder neue 365 Tage

JAHRESWECHSEL
shutterstock_Konstanttin + Evgeny Karandaev

 

Die alljährliche Euphorie über den Jahreswechsel ist eigentlich ziemlich banal… Letztendlich kommt ein neues Jahr jedes Jahr wieder und es gibt kaum eine solidere Ware als ‚Jahre’. Sie werden pünktlich geliefert und ein
jedes hält, was es verspricht: Genau 1 Jahr! Keine Sekunde mehr, aber auch keine weniger.


Der rein rechnerisch mehr als willkürliche Sprung ins nächste Jahr birgt immer wieder eine Fülle an Merkwürdigkeiten, die sich rational kaum begreifen lassen. Ob Weissagung, religiöse Prophezeiung, Orakel, Kartenlegen, Utopie oder Prognose – der Blick durch das Schlüsselloch vom Jetzt zum Übermorgen war im gesamten Geschichtsablauf stets ein gemeinsames Laster aller Gesellschaftsschichten.

Legt man die Präsenz von Horoskopen und Zukunftsprognosen in Zeitschriften zugrunde, ist das bis heute so geblieben... Je mehr man zu verlieren hat, umso interessanter ist der Zukunftsblick. Je dünner das Eis, auf dem man sich bewegt, desto erwartungsfroher die Nachfrage. Dennoch gilt fatalerweise damals wie auch heute: Was das Schicksal an Überraschungen bereit hält, lässt sich auch durch Voraus-Wissen nicht abwenden.

Wird's besser? Wird's schlimmer?
Schon seit Urzeiten ist die Spezies Mensch bestrebt, sich ein Zukunftsbild zu verschaffen – und sei es auch ein falsches. Die Orakel der Griechen, die Sibyllen der Römer, die Astrologen der Renaissancefürsten, die Spiritisten und Kartenleger, die Philosophen und die Utopisten …sie alle verstanden sich als Dienstleister derer, die Rat und Ausblick wollten – bis die Zukunftsszenarien der Futurologen, Science-Fiction-Autoren und Prognostiker sie immer mehr verdrängten.
Das mythisch-mystische Ambiente der Vergangenheit ist einem Nimbus von Wissenschaftlichkeit gewichen, der alles als kalkulier- & berechenbar und damit auch steuerbar erscheinen lässt: brave new world !

Zeit der guten Vorsätze…

Immer wenn sich ein Jahr verabschiedet ist es Zeit für Besinnung, Bilanzen – und viele, viele gute Vorsätze!
Gesundheit steht dabei ganz oben auf der Liste: Der eine will abspecken, der andere mehr Sport treiben und der nächste Stress vermeiden. Klingt gut – ist aber meist ein jährlich wiederkehrendes Ritual ohne große Folgen.
Hehre Silvestergelübde, in feucht-fröhlicher Runde formuliert, können einen wahren Kern enthalten, aber den holt man ganz bestimmt nicht an Silvester heraus, denn durch die Erwartungen anderer geprägte Absichten bringen erfahrungsgemäß recht wenig.

Abspecken, blauem Dunst und Alkohol abschwören, sich in friedlichem Miteinander üben…
Gute Vorsätze sind löblich und nett – wenn sie denn passen, durch persönliche Motivation entstanden sind und das Ziel erreichbar ist. Sonst sind Abschieberitis, Misserfolge und Dauerfrust vorprogrammiert.

                                                                  Zudem – es gibt sie bereits ALLE, die unzähligen guten Vorsätze !
                                                                                                                                   ...man braucht sie nur noch anzuwenden