Erlesene Tropfen zum Weihnachtsschmaus _ Teil 2

...eine wunderbare, aber nicht immer einfache Liaison

Erlesene Tropfen zum Weihnachtsschmaus _ Teil 2
©shutterstock Olga-Nayashkova + Mariyana M

 

Vollmundiges zum Weihnachtsklassiker
Knusprige Gans und delikate Ente sind seit eh und je Spitzenreiter weihnachtlicher Tafelrunden. Würdige Partner des fetten Federviehs sind hochwertige Spät- & Blauburgunder und kräftige Bordeauxweine. Ebenso kommen deutsche Spitzenweine wie harmonische Spätlesen oder hochkarätiger trockener Riesling mit den schmackhaften Vögeln bestens aus.

I-Punkte der Würstchenparade
Kartoffelsalat & Würstchen zählen sicher nicht zu den kulinarischen Höhepunkten, sind aber besonders am Heiligen Abend hochbeliebt. Hier entscheiden Wurstart und Salatgrundlage die Weinauswahl. Frische fruchtsäurebetonte Weißweine wie trockener Silvaner, Grau- & Weißburgunder passen zu Bockwurst und Salat mit Mayonnaise. Kommt die Wurst aus der Pfanne und der Salat basiert auf Essig & Öl, harmonisiert eher ein junger, trockener Spätburgunder, Schwarzriesling oder Trollinger.

Hauptsache Fleisch
Liebhaber vom Rind- & Schweinefleisch können sich in der Regel mit rotem Bordeaux verwöhnen. Aber auch voluminöse Weißweine passen zur Fleischkategorie. Rindfleisch bevorzugt zwar primär einen rassigen roten Médoc oder Chianti Classico, lässt sich aber auch gern von trockener Riesling Spätlese begleiten. Feines vom Schwein paart sich wunderbar mit üppigeren Weinen wie Beaujolais und Weiß- & Grauburgunder Spätlesen, während bei Kalbsbraten der Griff zu einem spritzigen Weißen, halbtrockenen Rosé oder Pinot Grigio goldrichttig ist.
Eine anspruchsvolle Untermalung verlangen geschmacklich dominante Lammgerichte. Eine immer adäquate Wahl ist ein hochkarätiger Cabernet Sauvignon. Doch erst die charakteristischen Fruchtaromen eines sinnlichen Syrah verleihen diesem Fleischgenuß das gewisse Etwas.

Aus dem Wald auf den Tisch
Weihnachten ist Wildzeit. Hase lässt sich hervorragend mit allen Bordeaux-Varianten kombinieren und für Gerichte aus heimischer Jagd bietet sich ein Côte du Rhône an. Zu Reh empfielt sich ein Sangiovese aus der Toscana, während roter Bordeaux oder Languedoc die Aromen eines Hirschbratens idealisiert und spanischer Tempranillo sich hervorragend mit Wildschwein ergänzt. Zu Wachtel, Rebhuhn und Fasan passt kräftiger Weißwein und Taubenbrust sollte einmal mit einem Schwarzriesling gekostet werden. Bei Rotwein lohnt sich der Griff zu einem Pinot Noir. Trockener Spätburgunder und Beaujolais Cru sind ebenso einen Versuch wert.

Weihnachten schlägt auch die Stunde des Fisches
Wer Karpfen und Meeresbewohner auf dem Teller mag, ist mit trockenem Riesling Kabinett, Roséwein, Chablis oder Muscadet stets gut beraten. Zum eher fettreichen Lachs darf auch kräftiger, säurebetonter Wein im Glas sein. Bei Steinbutt, Seezunge, Seeteufel & Steinbeißer sind feine, ausdrucksvolle Weißweine angesagt. Weißer Heilbutt wünscht sich einen Chablis, trockener Chardonnay oder kräftiger Grüner Veltliner sind würdige Begleiter für den guten alten Karpfen. Wird der Fisch gedünstet, passt eher ein südafrikanischer Sauvignon Blanc.

...oder doch lieber Geflügel?

Auch Geflügel findet sich auf der Festtagsskala weit oben. Bei Pute sollte es möglichst ein gehaltvoller Burgunder oder eine trockene Grauburgunder Spätlese sein. Zum Fasan lässt sich neben der roten südafrikanischen Pinotage auch feinherber Riesling einsetzen. Perlhuhn liiert sich gerne mit trockener Scheurebe und Weißburgunder ist der ideale Partner für Truthahn.

Auch Vegetarier sollen nicht zu kurz kommen
Raclette & Fondue – kulinarisch nicht das Gelbe vom Ei, aber populär, gesellig und unterhaltsam. Zum Camembert-Fondue empfiehlt sich ein Silvaner, zu anderen Käsefondues schmeckt ein gehaltvoller Weißburgunder. Greift man doch zu Fleisch, ist sowohl leichterer Rot- wie Weißwein angeraten.
Waschechte Schweizer Weißweine aus dem Lavaux am Genfer See oder Walliser Fendant sind natürlich stilechte Tröpfchen aller Raclettekreationen.