Facebook des 18. Jahrhunderts

16.09.2016
In seinem Freundschaftstempel hat der Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim die Porträts seiner Brieffreunde gesammelt. djd/Halberstadt Information/U.Schrader
In seinem Freundschaftstempel hat der Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim die Porträts seiner Brieffreunde gesammelt. / Foto: © djd/Halberstadt Information/U.Schrader

Das Gleimhaus in Halberstadt vernetzt Porträts und Briefe mit modernen Medien

In einem Fachwerkhaus in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) wohnte im 18. Jahrhundert der Dichter und Sammler Johann Wilhelm Ludwig Gleim. Heute lädt das Gebäude als Museum Gleimhaus dazu ein, den damals sehr populären Autor, seine vielen berühmten Freunde und die Zeit der Aufklärung aus ungewöhnlichen Perspektiven aktiv kennenzulernen. Denn Gleim trug die größte Dichter-Porträtgalerie seiner Zeit zusammen und nannte diese Sammlung seinen "Freundschaftstempel". Deshalb wird er augenzwinkernd auch als Erfinder von Facebook bezeichnet. Dichter wie Klopstock, Lessing, Herder, Anna Louisa Karsch oder Sophie von La Roche sind hier nicht nur im Bild, sondern auch in ihren Briefen zu erleben. Heutige Besuchergruppen können in die Rolle einer Persönlichkeit aus dem Freundesnetzwerk des Halberstädter Dichters schlüpfen und (nach Anmeldung) per Tablet mit anderen in Verbindung treten.

Brieffreunde und "Follower"

Über moderne Netzwerkmedien treten die Besucher in Kontakt mit den Gelehrten des 18. Jahrhunderts. / Foto: © djd/Halberstadt Information

Gleim pflegte Brieffreundschaften mit über 500 Partnern. Manche ließen sich für kürzere oder längere Zeit am Nordrand des Harzes nieder und bildeten den sogenannten Halberstädter Dichterkreis. Im modernen Gleimhaus überführt das Programm "Gleim-net" nun das Netzwerk der Gelehrten in ein virtuelles soziales Netz. "Das Programm bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte der freundschaftlichen Kommunikation. Die modernen Medien schließen sich hier nahtlos an und machen den Besuch besonders für Kinder und Jugendliche spannend", meint Beate Fuchs, Reiseexpertin beim Verbraucherportal Ratgeberzentrale.de. Alle Informationen zum Gleimhaus gibt es unter www.halberstadt.de oder www.gleimhaus.de.

Kirchenschatz und Kombiticket

Kulturreisende finden in Halberstadt neben dem Gleimhaus weitere sehenswerte Museen, ein Kombiticket für alle Häuser lohnt sich. Ein Muss ist der Dom mit dem berühmten Domschatz, ein Juwel gotischer Kathedralbaukunst mit einem Kirchenschatz von Weltrang. Daneben erinnert das Berend Lehmann Museum an die bedeutende frühere jüdische Gemeinde Halberstadts. Historische und aktuelle Fotografien erzählen die Geschichten jüdischer Familien, deren Nachkommen auch ungewöhnliche Objekte beigesteuert haben.

Katalog

Das Schraube Museum wiederum ist ein im Ganzen erhaltenes gutbürgerliches Gründerzeithaus: Zu sehen ist der komplette Nachlass der Fabrikantenfamilie Schraube - von der Aussteuer im Wäscheschrank über den ersten Schnellkochtopf in der Küche bis zur Sitzgarnitur in der Guten Stube. Das Städtische Museum wiederum zeigt die Stadt- und Landesgeschichte, darunter ein Großdiorama mit 3.000 Zinnfiguren und eine historische Apotheke. Das Naturkundemuseum Heineanum schließlich beherbergt die größte private Vogelkundesammlung Deutschlands aus dem 19. Jahrhundert.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter der Adresse www.halberstadt.de

Quelle: Halberstadt - Information

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